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Archiv 2019

Erzbischof Lackner besucht Granatkapelle



Am 9. Juli, einen Tag vor dem Gedenktag des Seligen Engelbert Kolland, kam Erzbischof Lackner mit seinem Bruder Josef und einigen Begleitern ins Zillertal, um eine Wallfahrt zum Seligen Engelbert Kolland bei der Granatkapelle auf dem Penken zu machen. Dort feierte der Herr Erzbischof eine Heilige Messe. Darin stellte er den seligen Engelbert als Vorbild und Wegweiser hin und ging auf die aktuelle Situation ein. Er stelle die Frage, was einen Gläubigen heute von anderen unterscheide und zitierte aus dem Diogenetbrief. Darin hat ein Heide die Christen der Urkirche beschrieben, worin sie sich von anderen unterscheiden und was das Besondere an Ihnen sei. Heutzutage komme es auch darauf an, dass Christen zu leiden bereit sind, sagte der Erzbischof. Eine ausführliche Mitschrift der Predigt folgt.

Der Erzbischof bedankte sich bei der Familie
Brindlinger für die Schaffung und den Betrieb dieses Heiligtums sowie
für die vielen Akzente der Engelbertverehrung durch die Pfarre Zell.
Josef Brindlinger überreichte dem Erzbischof eine Bilddokumentation
und allen Teilnehmern einen besonderen Rosenkranz, den er mit dem
Engelbertbiograph Pater Gottfried Egger entworfen hat. Der Rosenkranz
weist ein Taukreuz und Perlen aus Olivenholz auf, das aus dem biblischen
Garten Getsemane stammt, wobei die erste Perle
mit einem Zillertaler Granat ausgeführt ist. Damit soll eine Verbindung
der Zillertaler Heimat Engelberts mit seinem Wirken im Heiligen Land
symbolisiert werden. Mit dem Verkauf dieser Rosenkränze sollen
Hilfsprojekte in Syrien unterstützt werden.

Dekan Steinwender dankte Josef Lackner für die besondere Verbundenheit, berichtete dem Herrn Erzbischof vom Engelbert-Museumsprojekt und danke ihm für sein Kommen und die wohlwollende Unterstützung aller Bestrebungen zur Förderung der Engelbertverehrung.

Engelbertprozession in Ramsau

Der Festgottesdienst beim Musikpavillon mit anschließender eucharistischer Prozession anlässlich des Todestages des seligen Engelbert wurde heuer zum 25. Mal in dieser Weise gefeiert. Mit Musikkapelle und Schützenkompanie, Abordnungen von Vereinen und Vertretern von Gemeinderat, Pfarrgemeinderat und Engelbert-Kolland-Gemeinschaft, sowie Engelbertverehrern aus der Pfarre wurde das Gedenken an den Zillertaler Märtyrer festlich begangen. In einer beeindruckenden, humorvollen und zugleich nachdenklich stimmenden Predigt stellte Festprediger Franziskanerprovinzial P. Oliver Ruggenthaler OFM den Anwesenden den seligen Engelbert als einen der ihren vor Augen und erinnerte sie daran, dass es nicht selbstverständlich sei, einen solchen in den eigenen Reihen zu haben.

Den Anwesenden gab er besonders mit, dass die Kirche nicht nur Institution sei, sondern sie eine Botschaft der Freiheit, der Freude, des Lebens weiterzugeben habe. Leider sei der Missionsgeist weitgehend abhanden gekommen, und so finde man zB in der Werbeindustrie die Rede von "Vision und Mission" eher, als in der Kirche. Es sei wichtig, wieder mit ganz einfachen, grundlegenden Dingen vor allem in der Familie zu beginnen, zB dem Kreuzzeichen, das - wie der Zelebrant salopp formulierte - nicht aussehen solle, als rühre man in einem Strudelteig, oder dem Tischgebet oder dem Segen mit Weihwasser. Er ermutigte die Gläubigen Jesus Christus wieder ins Zentrum zu stellen, und den Blick und das Jammern und Mühen weg vom "Rahmen" wieder auf das Wesentliche hin zu lenken und stellte fest, dass selbst wenn es wieder in jedem kleinsten Dorf einen eigenen Pfarrer gebe, deshalb noch lange nicht mehr Menschen in die Kirche kämen, sondern jeder auch bei sich selbst beginnen müsse.

Anhand einiger Stationen der Biografie des seligen Engelbert, kam zum Ausdruck, dass auch er von Krisen betroffen war, dass auch zu seiner Zeit und in seinem Leben, der "Rahmen" nicht unbedingt so war, wie man es sich gewünscht hätte, und dass er sich trotzdem nicht von seinem Weg mit Gott abbringen ließ, sondern sein Ringen darum den Willen Gottes zu tun, in seinem Leben gute Früchte trug. Dabei zitierte er auch aus einem Originalbrief des Seligen. Wie auf den Bildnissen des Seligen, die ihn mit dem Kreuz in der Hand zeigen, an dem er sich in der Bedrängnis festhalten konnte, so sei das Kreuz auch für uns Haltestab in allen Lebenslagen. Am Beispiel des Hl. Franziskus und des Franziskanerordens, der 2019 auf 800 Jahre Missionsgeschichte zurückblicken kann, ermutigte er auch uns heute in der Verkündigung die Sprache der Menschen zu sprechen.

Abschließend ermutigte er alle Anwesenden und bedankte sich bei denjenigen, die sich um die Ausbreitung der Verehrung des seligen Engelbert bemühen.


Wir danken unserem Fotografen Geachberg Franz für die zahlreichen Bilder von der 25. Engelbertprozession, welche im Fotoalbum zu finden sind.

Engelberthaus in Rachau abgetragen

In Rachau in der Steiermark lebten die Eltern des seligen Engelbert Kolland, nachdem sie die Zillertaler Heimat verlassen hatten. In dem Wohnhaus der Familie hat Engelbert für sein weiteres Leben entscheidende Momente verbracht. Während einer dreimonatigen Studienunterbrechung verdingte er sich gemeinsam mit seinem Vater als Holzknecht. Mit Gottes Hilfe konnte er sich schließlich zur Wiederaufnahme seiner Studien durchringen, womit die Weichen für sein weiteres Leben gestellt wurden.

Bereits vor 10 Jahren kam erstmals der Gedanke auf, das Haus in die Zillertaler Heimat des Seligen zu übertragen, welcher nun verwirklicht werden kann.

Am 1. Juli wurde mit der Abtragung des Hauses in Rachau begonnen. Ein besonderer Dank gilt dabei den Arbeitern, die vor Ort die Handwerksarbeiten erledigen: Markus, Franz, Andreas und Fabian, der zahlreiche Fotos gemacht hat, und der Firma Holzbau Binder aus Zell. Zum Gedenktag des seligen Engelbert am 10. Juli (Tag seines Martyriums) wird der LKW mit dem in seine Einzelteile zerlegten Gebäude in Zell erwartet, wo hoffentlich bald mit der Wiedererrichtung begonnen werden kann. Nach der Ferstigstellung soll es seiner Bestimmung als Museum übergeben werden.

Alle Gläubigen werden herzlich darum gebeten, das Projekt im Gebet mitzutragen, damit es der Pfarre und allen Menschen, die das Engelberthaus besuchen werden, zum Segen werde.

Zahlreiche weitere Bilder von der Abtragung des Hauses findet ihr in in der Rubrik Fotos.

Engelberthaus Rachau 2019
Engelberthaus Rachau 2019

Gipfelmesse zu Ehren des seligen Engelbert

Gipelmesse zu Ehren des seligen Engelbert Kolland

Vor zehn Jahren wurde von den Kapaunser Tourenfreunden die Idee geboren, im Winter eine Bergmesse zu Ehren des Zillertaler Seligen Engelbert Kolland zu feiern. Am 3. März wurde diese Messe nunmehr zum 10. Mal auf dem Mannskopf gefeiert.

Diesmal traf die Bergrettung Kaltenbach alle wichtigen Vorbereitungen.

In der Predigt dachte Dekan Steinwender über den Evangeliumssatz nach: „Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen dann nicht beide in die Grube.“ Steinwender machte einen Vergleich zwischen Alpinistik und Glaubensleben. Bei schwierigen Bergtouren brauche man einen Bergführer, der das Ziel kenne, den Weg wisse, die Gefahren und die eigenen Kräfte einschätzen könne, der motiviere und vorangehe.

Im Glaubensleben sei es ähnlich. Wir sind als Gläubige gerufen, im Leben aufzusteigen, von der Natur zur Übernatur, von der Materie zum Geist, wir sollen unsere Vergänglichkeit mit Unvergänglichkeit, unsere Sterblichkeit mit Unsterblichkeit bekleiden (siehe Lesung aus dem Korintherbrief).

Dabei sei die Führung noch wichtiger, weil das Leben einmalig sei, man könne weder auf Probe leben, noch auf Probe lieben, noch auf Probe sterben.

Wer sich im Glauben führen lasse, werde freier, erfüllter, sehender und könne auch selbst zum Führer werden.

Steinwender stellte dann den Gläubigen den Seligen Engelbert Kolland, den einzigen Märtyrer der Erzdiözese Salzburg, vor Augen. Dieser sei ein einfach Zillertaler gewesen mit besonderen Begabungen und auch Schwächen. Er habe sich ganz auf den Ruf Gottes eingelassen, so sei er durch die Gnade Gottes gewachsen und ein Seliger geworden. Er ist uns geschenkt als Seliger, um uns zu helfen, das Ziel des Lebens zu erkennen, den Aufstieg zu Gott zu wagen und den Mut zum Glauben zu haben. Engelbert Kolland zeige uns, dass jeder einfache Gläubige durch die Führung Gottes an seinem Platz im Leben heilig werden könne.

Abschließend verwies Steinwender darauf, dass die Heilige Messe ein Gipfel und eine Quelle sei, ein geistlicher Gipfel, weil man dem Herrn selbst, unserem Ursprung und Ziel begegne und eine Quelle der Kraft für das Glaubensleben im gewöhnlichen Alltag.

Nach der Messe, die von zwei Bläsern umrahmt wurde, lud Martin Dornauer zu einem gemütlichen Beisammensein mit Essen und Getränken auf der Kapaunsalm ein. Die Bergrettung Kaltenbach versorgte alle Tourengeher bestens.

Einige Fotos sind in unserem Fotoalbum.